Dirty-Nerd-Soloprogramm – der Trailer
Ich habe einen kurzen Trailer für mein neues Soloprogramm “Dirty Nerd” gebastelt.
Ab Herbst 2013 reise ich damit durch die Lande.
Das Nerdperium schlägt zurück – reloaded
(Hierbei handelt es sich um eine überarbeitete Fassung meines Nerdperium-Textes, bei dem ich an ein paar Stellschrauben – wie dem Ende – gedreht habe.)
„Du kannst mich schlagen, mich erniedrigen, aber meinen Stolz, den kannst du mir nicht nehmen!“, brüllte ich ihm ins Gesicht, kurz bevor er mich schlug, mich erniedrigte und mir meinen Stolz nahm.
Sein Name war Waldemar und er war eine unheilige Mischung aus einem Neandertaler und Charles Manson. Da sein IQ sich in Bereichen bewegte, in denen sich sonst nur Nacktschnecken tummeln, war Argumentieren bei Waldemar keine Option. Da half nur Einstecken.
Lange bevor der Begriff Opfer zum geflügelten Wort einer ganzen Generation Sprachlegasteniker wurde, hatte mir die Schulzeit dessen Bedeutung näher gebracht. Es ging soweit, dass die Schulhof-Alpha-Tiere sich im Januar darum prügelten, wer mich für den Rest des Jahres tyrannisieren durfte.
Meistens gewann Waldemar.
Immerhin kann ich mit Stolz von mir behaupten, dass ich einer der ersten Transformer war, denn mindestens einmal die Woche wurde ich zu einem handlichen Häufchen Elend zusammengefaltet, damit ich besser in den Müllcontainer passte.
Erschwerend hinzu kam die Tatsache, dass ich den Körperbau einer magersüchtigen Gottesanbeterin besaß und meine Akne so ausgeprägt war, dass mein Gesicht aussah, wie das zerbombte Dresden nach dem Luftangriff der Alliierten. Außerdem war ich ein Nerd. Damit rangierte ich auf der untersten Stufe der Schul-Nahrungskette und sogar die Schulklos wurden mit mehr Respekt behandelt als ich.
Es war die Welt meiner Comics und Bücher in der ich Zuflucht fand, und in meiner Fantasie trat ich Waldemar mit der Macht von Grayskull so fest in den Arsch, dass sein Skelett heute noch in der Erdumlaufbahn seine Kreise zieht.
Anfang der 80er Jahre bekam ich meinen ersten Computer und mein Leben einen neuen Sinn. Dabei hatte das Gerät weniger Speicher als ein heutiger Nasenhaarentferner und die Spiele sahen alle gleich aus.
Immer kämpfte ein Stern gegen eine Raute. Stern war Ritter – Raute war Drache. Stern war gutes Raumschiff – Raute war böses Raumschiff. Stern war schwerbewaffneter Amerikaner – Raute war böser Russe.
Wir hatten keine Polygone, keine Grafik-Engines und kein Dolby-Sourround. Dafür hatten wir Vorstellungskraft. Gewinnen war auch nicht drin, denn die Spiele bestanden aus einem einzigen Level das einfach immer nur schwerer und schneller wurde, bis man irgendwann starb.
Wie das echte Leben.
So eine Kindheit härtet ab und ich lernte mich anzupassen. Obwohl ich heute aussehe, wie ein ganz normaler Mensch, ist diese Bestie immer noch in mir. Ganz tief vergraben, unter Schichten an antrainierten sozialen Kompetenzen und Körperpflegetipps lauert der Nerd, der nichts anderes will, als den ganzen Tag Call of Duty zocken und sich dabei in 34 Sprachen als Hurensohn bezeichnen zu lassen.
Er ist es, der dir auf der Party so lange von seinem WoW-Charakter erzählt, bis du beschließt doch nicht mehr zu fahren und du dich hemmungslos betrinkst.
Er ist es, der dir erklärt warum Edward Cullen eigentlich der glitzernde Bruder von Prinzessin Lillifee ist.
Er ist es, der stundenlang darüber diskutieren kann, was passiert wenn der Hulk zu viel Red Bull trinkt.
Er ist es, der sich beim Metzger 60 Kilo Hackfleisch kauft, um sich zu Hause einen Boba Mett zu bauen.
Und dieser Nerd will raus!
Wie das Alien, frisst es sich durch meine Bauchdecke in die Freiheit hinaus. „Keine Angst, der will doch nur spielen!“, rufe ich, aber ich weiß, der Nerd will mehr.
Er will Poketrainer werden und wenn er keine Pikachus findet, packt er halt Meerschweinchen in seinen Pokebälle.
Er will so lange die Resident-Evil-Filme gucken … bis sich das Bild von Milla Jovovich in seine Retina eingebrannt hat.
Er will mit der Tardis durch die Zeit reisen.
Er will sein eigenes kleines Nerdmädchen.
Er will nicht, dass ich erwachsen werde.
Und ist mein innerer Nerd erst einmal aus seinem Käfig entflohen, gibt es kein Entkommen mehr. Dann kommt mein wahres Gesicht zum Vorschein und ich werde zum Angry-White-Nerd.
Jahre der Frustration entladen sich in einem Nerdstorm, der sogar Sheldon Cooper die Tränen in die Augen treibt.
Das Nerdperium schlägt zurück und ich bin der Alpha-Nerd, der jedem, der uns als Freaks oder Spinner abstempelt, seine Gameboy so tief in den Arsch schiebt, dass er mit seinem Blinddarm Tetris spielen kann!
Wenn du mir dumm kommst, wirst du von meinem Ding gebliztdingst und ich tue dir das an, was George Lucas mir angetan hat, als er sich im Suff Jar-Jar-Binks erdacht hat.
Ich swagge den Aggro-Nerd-Style und verteile Geek-Klatschen wie Bud Spencer in „Sie nannten ihn Mücke“.
Denn ich bin ein True Nerd. Auf meiner Nase trohnte schon in den 80ern eine Nerdkassengestell, lange bevor ihr Röhrenjeans-tragende-Instagramm-nutzende-Hipster-Scheißer auf den Geschmack des Nerd-Chics gekommen seid.
Ihr seid die Chinaware unter den Nerds, so billig, dass ihr auseinanderfallt, wenn mal eine Naht an eurer Skinny-Jeans locker sitzt.
Ich bin der Callboy of Duty und mache an einem Abend beim Zocken so viele Headshots wie Ron Jeremy in seiner ganzen Karriere als Pornodarsteller.
Ich bin die 50 Shades of Geek und bringe jedes Nerdmädchen mit meinem Hadouken! schneller zum Höhepunkt als ein Fahrrad ohne Sattel.
Ich bin der Pinky und der Brain in Personalunion und wenn ich erst einmal Welt beherrsche, gibt es auf Erden nur noch den einen Staat Nerdistan.
Ich bin stolz ein Nerd zu sein und ich schäme mich nicht dafür, dass ich als erwachsener Mann immer noch gerne zocke, Comics lese und mich auf den nächsten Marvel-Film freue. Und ich weiß, ich bin nicht allein.
Wir sind das Nerdperium und wir haben nicht vergessen, was es bedeutet Kind zu sein.
In jedem von uns steckt ein kleiner Racker, der nicht verlernt hat die Welt mit staunenden Augen zu betrachten und der noch immer daran glaubt, dass Träume etwas ändern können.
Ein kleiner Racker, der Weltraum-Ninja-Pirat werden will und sich nichts sehnlicher wünscht, als auf dem Rücken eines Dinosaurer durch Mittelerde zu reiten.
Und wenn mir eines Tages Waldemar über den Weg laufen sollte, ist es dieser kleine Racker, der sich in ganzer Größe vor ihm aufbauen wird, seinen Arm in die Luft streckt und ruft: „Bei der Macht von Grayskull! Ich habe die Kraft!“
Fünf Nerd-Fragen an: Guddy Hoffmann (aka Zeitzeugin)
Guddy Hoffmann (aka Zeitzeugin) ist ein richtiges Nerdmädchen. Sie zockt am PC, wandert beim Pen & Paper-Rollenspiel zwischen den Welten und sie bloggt über ihre nerdigen Hobbys. In ihrem Zeitzeugen-Blog postet sie nicht nur Geekstuff, sie bezieht auch Stellung und sagt (zusammen mit ihrem Gaming-Sidekick TypeO) auf unterhaltsame Weise was Sache ist.
Los geht’s!
1. Welches Video/PC-Spiel ist dein All-Time-Favourite und warum ausgerechnet die?
GH: Zu der Frage stehe ich wie ein Tribble zu Klingonen: ich hasse sie! Ich kann sie schlichtweg nicht beantworten. Es gibt unendlich viele großartige Spiele und mich dazu aufzufordern, mich für die Top X zu entscheiden, ist ein Verbrechen! Selbst wenn ich ein momentanes Lieblingsspiel hätte, so wäre dies ohnehin nur aus Aktualitätsgründen der Fall: gerade erst gespielt, fällt es mir leichter, einen emotionalen Bezug dazu aufzubauen und ein emotionaler Bezug ist mir – ganz egal, ob es nun um Videospiele, Comics, Filme oder die Hamster der Nachbarn geht – wichtig. Schließlich spiele ich, weil ich Spaß haben möchte und Spaß generiert sich für mich aus einem Zusammenspiel aus Freude (am Spiel und an der Geschichte), Mitleid, Angst etc.. Ein “Dead Space” etwa bringt mir angenehme Schauer, “Quake” Adrenalinkicks, “Monkey Island” Fröhlichkeit und eine “Nordlandtrilogie” einen Nostalgieschub. Nostalgie übrigens gleicht für mich viele Schwächen in Design und Storyline aus. “Die Schicksalsklinge” etwa ist, nach heutigen Maßstäben zu urteilen, ein furchtbar langweiliges Spiel – und dennoch liebe ich es von Herzen, erinnert es mich doch an viele Stunden damals vor dem PC. Noch immer packe ich die Trilogie hin und wieder aus, um sie wieder einmal zu spielen. Obwohl ich hier übrigens ein paar Spiele genannt habe, gelten sie keinesfalls als meine Lieblingsspiele, damit täte ich den vielen anderen großartigen Werken Unrecht. Ein gutes Spiel bedeutet, dass es mich in irgendeiner Form fesselt. Und das haben bisher einige geschafft.
2. Wenn du ein Date mit einem Superhelden haben könntest, wer wäre das und warum?
GH: Wolverine. Zum einen, weil man mit ihm vermutlich hervorragend ein oder mehr Bierchen trinken kann, zum anderen, weil mir seine teils recht düstere, sarkastische Art sehr gefällt und wir uns unter Umständen sehr gut verstehen würden. Zudem mag ich maskuline Männer sehr, sowie die Mischung aus Grob/Wildheit und Heroismus. Dass dann noch die optischen Attribute – Muskeln, markantes Gesicht etc. hinzukommen – dafür kann ich ja nichts und die haben mich absolut nicht bei meiner Wahl beeinflusst! *hust*
3. Was ist das nerdigste das du je getan hast?
GH: Puh, gute Frage, da gibt es einiges, von gekauften Geekutensilien über spontane Vorträge an Busfahrer über die dunkle Seite der Macht bishin zu Besuchen einschlägiger Conventions inklusive das Abstauben von Autogrammen und Gesprächen mit Leuten wie Walter Koenig. Das Nerdigste insgesamt war vielleicht die Herr der Ringe Kinonacht zur Kinopremiere des dritten Herr der Ringe – Parts. Alle drei Filme hintereinander. Es hatte am Nachmittag begonnen, endete morgens um 7 und ich bin danach noch schlaflos zur Schule gefahren, wo ich im Unterricht laut die Filmmelodie gesummt und schlafwandlerisch die Frage eines Lehrers nach irgendeinem Matheergebnis mit “Die Antwort ist 4. Es waren vier Hobbits, die losgezogen sind.” beantwortet habe. Nach der zweiten Unterrichtsstunde bin ich nach Hause geschickt worden. Ich könnte schwören, dass mein Lehrer mich damals mit den Worten “Möge die Macht mit dir sein!” verabschiedet hat.
4. Wenn du die Wahl hättest in einer fiktionalen Welt leben zu können, welche wäre das und warum?
GH: Das wird die langweiligste Antwort ever sein: Es wäre Aventurien. Die Welt des Schwarzen Auges ist klein und der unseren nicht unähnlich und doch fände ich es großartig, ausgerechnet dort leben zu können, müsste ich mich denn entscheiden – unter der Prämisse, dass alle Charaktere, die meine Mitspieler und ich selber dort gespielt haben, “real” wären. Schwupps, säße ich mit meiner Halbelfe Adsini premersaufend am Thorwaler Hafen, nur um mich wenig später mit meinem Krieger Zrasiramasas über sein Aussehen zu streiten und dann mit dem Thorwaler eines Freundes von mir äxteschwingend und gröhlend durch die Lande zu ziehen. Nebenbei werde ich natürlich Borbarad stürzen, mir von einem Scharlatan die Haare blau färben lassen und den Zwergen einen Besuch abstatten. Darf ich danach bitte wieder nach Hause? Ich könnte mit diesen Erlebnissen die beste DSA-Autorin aller Zeiten werden!
5. Die Welt wird von blutrünstigen Werhasen überrannt, die sich an Vollmondabenden in blutrünstige WoW-Spieler verwandeln. Zum Glück kannst du dich im Keller einer Kölsch-Brauerei in Sicherheit bringen. Allerdings konntest du nur drei Dinge aus deinem Privatbesitz mitnehmen. Welche sind das?
GH: Uh, hart. Abgesehen von all den fiktiven Dingen, die zwar hilfreich sind, ich jedoch nicht besitze (das legendäre, bind on pickup – Item etwa, das mit einem Schlag 3W100 ZombieWoWSpieler vernichtet) : Ich würde meinen PC mitnehmen, um stets den neusten Stand der Dinge zu twittern und einen “How to survive the WoWkalypse” – Tumblr zu starten, sowie auch in Zeiten höchster Not weiterhin mit meinen Freunden kommunizieren zu können; als zweiter Gegenstand käme meine Kamera mit, um später einen “Top 10 der am verrücktesten aussehenden WoWZombies”-Blogartikel bebildern zu können und drittens? Ein Kölschglas. Das Kölsch im Keller muss schließlich stilecht abgefüllt werden!
Mehr von und über die Zeitzeugin findet ihr hier: www.zeitzeugin.net
Vielen Dank, Guddy.
LQathlo’ je! Fühle mich fast geehrt!
Star Wars Holiday Special
Im Jahre 1978 wurde auf CBS ein Star-Wars-Weihnachts-Special gesendet, das extra fürs Fernsehen produziert wurde.
Der Film geht 97 Minuten, beinhaltet Material das in Krieg der Sterne nicht verwendet wurde und es spielen bis auf Alec Guiness alle wichtigen Schauspieler von Eine neue Hoffnung mit. Außerdem wurde in dem Special mit Boba Fett ein neuer Charakter in das Star-Wars-Universum eingeführt (allerdings als Zeichentrick-Figur). Obwohl George Lucas das Skript selbst geschrieben hat, ist ihm dieser Film inzwischen so peinlich, dass es seitdem niemals mehr gezeigt wurde. Es gibt allerdings einige VHS-Bootleg-Aufnahmen, wovon ich eine relativ gute bei Youtube gefunden habe.
Wer immer schon mal wissen wollte, wie die Familie von Chewbacca aussieht und auch kein Problem damit hat, minutenlang den wuschigen Wookies beim rumgrunzen zuzusehen, sollte sich das Video mal geben. Immerhin kommt Jar Jar Binks darin nicht vor.
(Das ist der erste Teil des Films – den Rest gibt es wenn ihr auf den YouTube-Button des Videos drückt.
Dirty Nerd auf Tour
Nach dem Sommerferien gehe ich mit meinem Dirty-Nerd-Soloprogramm auf Tour.
Es gibt eine Welt jenseits der menschlichen Erfahrung – eine Welt, in der Licht in Schatten übergeht und Nerdtum auf Pornographie trifft. Sie liegt zwischen den Fallgruben unserer Furcht und den lichten Gipfeln unseres Wissens. Dies ist die Welt von David Grashoff.
Aber Vorsicht, denn dieser Ort entpuppt sich immer wieder als ein Roundhouse-Kick in die Fresse des guten Geschmacks. David Grashoffs Bühnentexte sind böse, provokativ und derb, aber immer auch ehrlich und unterhaltsam. Egal ob er seinen Zuhörern von seinem Leben als Nerd berichtet oder auf Pensiverlängerungsmails antwortet, er nimmt kein Blatt vor den Mund und seine spitze, humorvolle Feder findet immer wieder treffende Vergleiche, auf die angepasste Künstler nicht zu kommen wagen.
Ein erfrischendes Unwetter im Klima politischer Überkorrektheit, kurzweilig und erfrischend frech. Freuen Sie sich auf einen Abend voller überraschender Wendungen, treffsicherer Pointen und viel Gelächter.
Termine bisher:
27.07.2013 Bonn / FeenCon
12.09.2013 Wuppertal / die Börse
15.09.2013 Krefeld / Jules Papp
Weitere Termine werden in folgen den nächsten Tagen und Wochen.
Um auf dem Laufenden zu bleiben, behaltet einfach die TERMIN-SEITE auf meiner Homepage im Auge oder schaut einfach mal auf meiner Facebook-Seite vorbei.
Fünf Nerd-Fragen an: Tommy Krappweis
Tommy Krappweis ist ein Mann vieler Talente. Er stand bei der grandioses RTL-Samstag-Nacht-Show vor und hinter der Kamera, er ist der kreative Vater von Bernd das Brot und neuerdings ist er auch noch ein erfolgreicher Fantasy-Autor. Seine “Mara und der Feuerbringer”-Trilogie ist eine spannende und unterhaltsame Fantasy-Reihe mit einer großen Portion Germanischer Sagen.
Los geht’s!
1. Welche Fantasy-Film ist dein All-Time-Favourite und warum ausgerechnet der?
TK: Vor der tollen Verfilmung von ‘Der Herr der Ringe’ hätte ich keine direkte Antwort gehabt, außer vielleicht den Filmen von Stop Motion Legende Ray Harryhausen und natürlich diversen Disney Classics, wie die großartige Version von ‘Jack and the Beanstalk’ wenn man Märchen mit zur Fantasy zählen mag.
2. Was war das nerdigste, das du je getan oder erlebt hast?
TK: Ich habe zu Anfang meiner Karriere als Stuntman in einem Western-Freizeitpark gearbeitet. Und in der letzten Show der Saison trat ich als Data und mein Kollege als Spock auf. Mit Phasern und passenden Sound FX traten wir den Bankräubern entgegen. Die Kostüme ließen wir uns schneidern und auch die Masken war so perfekt, wie irgend möglich. Großer Spaß!
3. Wenn du eine Superkraft haben könntest, welche wäre das und warum?
TK: Eindeutig ‘fliegen’. Aus eigener Kraft, wie Superman und Co. Erst in zweiter Linie die Unzerstörbarkeit, die vermutlich auch nötig wäre um so schnell fliegen zu können, ohne instant zu erfrieren.
4. Wenn du die Wahl hättest in einer fiktionalen Welt leben zu können, welche wäre das und warum?
TK: Obwohl ich mich sehr für Wikinger, Germanen und Co interessiere, will ich niemals nicht damals gelebt haben und auch in keiner tolkienesken oder conanoiden Welt. Die einzige fiktionale Welt, die mich interessieren würde, wäre die von Roddenberrys Star Trek Vision. Denn da hat die Menschheit ja endlich den entscheidenden Evolutionsschritt gemacht und schlägt sich nicht mehr untereinander die Rübe ein.
5. Unsere Welt wird zum Schlachtfeld im Krieg zwischen den germanischen Götter und den Riesen. Du schaffst es gerade so dem Ragnarök in einem klapprigen VW-Bus zu entkommen. Allerdings konntest du nur drei Dinge aus deinem Privatbesitz mitnehmen. Welche sind das?
TK: Ich brauche nur Prof. Rudolf Simeks Lexikon der germanischen Mythologie, denn Du solltest Deine Feinde kennen. Ausserdem weiss ich dann, wann ich wo zu sein habe. Zb neben Thor, nachdem er die Midgardschlange erschlagen hat, sie ihn aber vergiftet und dadurch sein Hammer frei wird. Dann würde ich Freyas Falkengewand aquirieren, weil ich ja (siehe oben bei Superkräfte) und damit schleunigst Balder aufsuchen, der Teil des Neuanfangs der Welt(en) ist. Da wär ich dann nämlich schon gern dabei.
Vielen Dank, Tommy.
Gerne. Live long and knusper.
Mehr von und über Tommy Krappweis, Mara und dem Feuerbringer findet ihr hier: www.maraundderfeuerbringer.de
Video: Alles kann, nichts muss.
Fünf Nerd-Fragen an: Hennes Bender
Wenn es unter den Comedians einer verdient hat als True-Nerd bezeichnet zu werden (ja, das trägt man heute als Ehrenabzeichen, in Zeiten in denen die Hipster-Pseudo-Nerds unter uns weilen wie Weganische Schläfer), dann ist es das sympathische Energie-Bündel aus dem Ruhrpott: Hennes Bender. Als Kind der 70er und 80er reitet er nicht nur auf der gleichen Nerdwelle wie der Verfasser dieses kuscheligen Blogs, sondern ist ein stetig sprudelnder Quell an Nerdwissen, das sogar Will Wheaton vor Neid erblassen lässt. Also los geht’s!
Foto @ Mena Zoo
1. Welche Sci-Fi-TV-Serie ist dein All-Time-Favorite und warum ausgerechnet die?
HB: Da gibt’s eigentlich nur Raumschiff Enterprise, das „Mutterschiff”aller Sci-Fi-Serien. Ich war in den Neunzigern ein grosser Next-Generation-Fan und habe auch „Deep Space Nine” und „Voyager”mitgenommen, aber keine andere Serie hat mich so geprägt und habe ich so gerne „revisited” wie die klassische STAR TREK Serie. Dafür bin ich samstags spätnachmittags nachhause GERANNT! Natürlich ist die Serie aus heutiger Sicht ob Ihrer Machart und Pappkulisse eher ulkig, und es gibt definitv bessere Schaupieler als William Shatner. Aber aus der Sicht eines 8jährigen gab es nichts cooleres. Und wahrscheinlich bin ich einer der wenigen, der die remasterte Version sehr zu schätzen weiss, weil hier gezeigt wurde wie würdevoll man mit Ursprungsfilmmaterial umgehen kann (im horrenden Kontrast zu dem wie George Lucas sein Lebenswerk kaputt digitalisiert hat).
2. Was ist das nerdigste, das du je getan hast?
HB: Ich habe über die Osterfeiertage 2008 mittels blauer DC-Fixfolie und einem silbernen Lackedding aus meinem weissen TCM-Mülleimer einen nicht unbekannten Androiden gemacht. Der wohnt jetzt bei mir und kann prima Müllschlucken, aber leider keine Hologramme projizieren. Ich arbeite dran.
3. Welcher Film der letzten sechs Monate hat dich am meisten beeindruckt und auf welchen Film der nächsten sechs Monate freust du dich besonders?
HB: Obwohl ich ein grosser 3D-Nerd bin und „Life of Pi” als auch „Dredd”in technischer Hinsicht und jeder auf seine Art bahnbrechend sind, muss ich sagen, dass „Silver Lining Playbook” mich am meisten berührt und geschüttelt hat. Ansonsten freue ich mich immer auf den nächsten Pixar-film, auch wenn es um sprechende Flugzeuge geht!
4. Wenn du die Möglichkeit hättest, einen Abend mit einer Person aus dem Star-Trek-Universum verbringen zu können, wer würde das sein und warum?
HB: Seven of Nine. Von der würde ich mich gerne assimilieren lassen.
5. Die Welt wurde von den Vogonen wegen einer Hyperraumumgehungsstrasse in die Luft gesprengt. Irgendwie hast du es aber geschafft per Anhalter der totalen Zerstörung der Erde zu entkommen. Und so bist du auf einen unbewohnten aber lebensfreundlichen Planeten gelandet. Allerdings konntest du neben deinem Handtuch und deinem Bademantel nur drei Dinge aus deinem Privatbesitz mitnehmen. Welche sind das?
HB: Meine Akustikgitarre, einen Satz Ersatzsaiten und meine signierte Ausgabe von „Fool on the Hill”!
Qapla, Hennes.
Mehr von und über Hennes Bender findet man auf seiner Homepage: www.hennesbender.de
Wie die Drogen Jack Wolfskin davon abhielten den Rock’n'Roll zu töten V1.1
(Überarbeitete Extended Version)
„Oh mein Gott, diese Schmerzen! Oh mein Gott, was tut das weh! Ich will das nicht, das soll aufhören!”. So, oder so ähnlich begab es sich als ich das erste Mal Vater wurde. Einen Großteil der Ereignisse kann ich allerdings nicht mehr genau rekonstruieren, da ich während der Geburtsphase unter erheblichem Einfluss bewusstseinserweiternder Substanzen stand. Im Nachhinein betrachtet, war die Einnahme von Drogen an diesem Tag keine besonders gute Idee von mir. Wäre ich nicht High wie Puff the Magic Dragon gewesen, wäre mir vielleicht früher aufgefallen, dass die Frau, die gerade auf so eindrucksvolle Weise ihre Wehen feierte, gar nicht meine Gattin war. Dass ich wenig später aus dem Kreissaal geworfen wurde, ist verständlich. Es kann für eine Frau schon ein wenig irritierend sein, wenn bei ihrer Niederkunft ein wildfremder Mann vor ihrem halb geöffneten Muttermund kniet, vor allem wenn er dabei, so wie ich damals, ganz nackt ist. „Raus! Raus! Er soll raus!”, hatte sie gebrüllt. Da ich aber nicht verstand, dass sie eigentlich mich meinte, brüllte ich zurück: „Dann muss du pressen! Drück das verdammte Ding endlich raus!”.
Beim anschließenden Ringkampf gegen die 150-KG-Hebamme hatte ich keine Chance.
Wie ich später erfuhr, verlief die Geburt meines Sohnes Optimus Prime Grashoff auch ohne mich ganz reibungslos.
Heute, fast zehn Jahre später, habe ich den Drogen abgeschworen und es gibt Tage an denen ich das wirklich bereue. „Seitdem Maurice zum Kinderyoga geht, ist er viel ausgeglichener”, sagt Heike während sie sich Stevia in ihren Bachblütentee rührt. Ich verspüre den Drang ihr zu sagen, dass sie damit vermutlich das gute Amokläufer-Potenzial ihres Sohnes zunichte macht, nicke aber nur verständnisvoll. Maurice ist ein richtiges Arschlochkind. Ein Psychopath im Kindsgewand, den ich mal dabei erwischt habe, wie er mit meinem Sohn „Wer hat Angst vorm Elektrozaun” spielen wollte. Aber bei der Mutter überrascht mich das nicht. Heike versprüht soviel Lebensfreude wie ein Flugzeugabsturz auf eine Grundschule.
Sie ist eine dieser Frauen, die im Park mit verkniffenem Gesicht so lange ihre Runden drehen, bis sich die letzte Fettzelle ihres Körpers selbst das Leben genommen hat. Dabei ist sie schon so zäh, wie ein Steak das seit sechs Stunden in der Pfanne brutzelt. Kein Wunder, dass ihr Mann mit einer jüngeren abgehauen ist. Frisches Mett schmeckt einfach besser. Obwohl ich mich gerade innerlich über meinen gelungenen sexistischen Witz amüsiere, komme ich mir auf dieser Geburtstagsfeier vor wie Charlie Harper bei einer Tupperparty. Es gibt Tausend Orte an denen ich gerade lieber wäre. Dazu zählen Pjöngjang, Bagdad und Mordor.
„Was ist bloß aus uns geworden?”, frage ich mich, während ich mich unauffällig von der Kinderyoga-Diskussion entferne und aus Langeweile die Jack-Wolfskin-Jacken in der Garderobe zähle. Gedankenverloren untersuche ich die Kleidungsstücke nach Markenlogos, bis ich plötzlich eine leise Stimme in meinem Kopf höre, die mir erklärt, dass es an der Zeit wäre die Kieseinfahrt meiner Garage vom Unkraut zu befreien. Dabei besitze ich weder Garage noch eine Kieseinfahrt. Lothar, der ein bisschen so aussieht wie Gargamel von den Schlümpfen, gesellt sich zu mir. „Was machst du da?”, fragt er und meint wohl das Wühlen in fremden Jacken. „Ich suche deine Katze Azrael!”, denke ich, sage aber „Ich schau nur ob irgendwer Drogen dabei hat”. „Da hast du Glück”, sagt er und drückt mir ein paar Pilze in die Hand. Ich schau ihn verdutzt an.
„Ich kann mir den Scheiß hier sonst auch nicht geben.”
Er lächelt, dreht sich um und geht. Ich schlucke die Pilze und was wenig später passiert, lässt sich in etwa so zusammenfassen:
Seelenruhig hänge ich die Jack-Wolfskin-Jacken von der Garderobe ab und lege sie alle im Garten auf einen Haufen. Die anderen Gäste schauen mir verdutzt zu aber keiner traut sich was zu sagen, auch nicht als ich Feuerzeugbenzin über den Haufen kippe und die Jacken anzünde. Während sich endlich eine leichte Unruhe auf der Party verbreitet, ziehe ich mich komplett aus, stülpe mir eine Spongebob-Socke von Heikes Sohn über den Penis, renne um das Feuer herum und singe: „Superkallifragilistischepialigetisch! Superkallifragilischexpialigetisch! Everybody Dance Now!”.
Dann tanze ich mit schaukelnden Klöten den Harlem-Shake und rezitiere mit düsterer Stimme: „Oh du mächtiger Papa Schlumpf! Nehme diese Zeichen der Spießigkeit als Opfergabe an! Erwache und vernichte die Menschheit mit deinem schlumpfigen Zorn!”. Anschließend knie ich mich vor Heike hin, kralle mich an sie fest und sage: „Na, zeig mir deinen Muttermund, du zähes Miststück! Deine Klitoris sieht bestimmt aus wie eine alte Frikadelle! Komm’ schon, nur einmal Luki-Luki machen!”.
Erst als Lothar zu mir rüberkommt und mich fest in den Arm nimmt, lasse ich von Heike ab. Weinend breche ich zusammen. Aber ich weine aus Glück. Weil ich weiß, dass Lothar mir sagen wird, dass die Pilze ganz ordinäre Champignons waren.



