Zwei Filme, ein Zitat – ein Ratespiel

Falls ihr mal Langeweile habt oder die Party nicht richtig an Schwung gewinnt, spielt doch mit euren Freunden “Zwei Filme, ein Zitat”.
Wie ihr sicher schnell erkennt, handelt es sich aus einem zusammengestellten Zitat aus zwei Filmen.
Viel Spaß beim raten lassen. :)
 

“Es gibt 9 Millionen Terroristen auf der Welt und das ist kein Hip Hop, das ist Electro. Pisser!”
- Die Hard und Shaun of the Dead
 
„Doktor Banner. Jetzt wäre ein idealer Zeitpunkt, um Leuten zu imponieren die wir nicht mögen.“
- Avengers und Fight Club
 
„Du musst was mit´n Lauschlappen haben, ich hab´n Schiff. Nen Rolls Royce mit Segel gibt’s ja nicht. Oder ist das‚n Witz von weißen Fotzen, den schwarze Fotzen nicht kapieren?”
- Sie nannten ihn Mücke und Bube, Dame, König, Gras.
 
“Hör mal zu. Einer Frau die Füße zu massieren und ihr die Zunge in ihr Allerheiligstes zu stecken ist so als würdest du fragen, wer ist Gandhi?”
- Pulp Fiction und Zombieland
 
“Wenn du dir eine 8 aufschreibst, dann werde ich zum ersten Mal in meinem Leben wissen, dass ich nicht nur irgendein Penner, ein niemand bin.”
- The Big Lebowski und Rocky
 
“Wissen Sie, das Glück ist wie die Tour de France. Es leuchtet blau.“
 - Die Fabelhafte Welt der Amelie und Rambo 3.
 
„Und in der 6ten Klasse habe ich einen falschen Berg Kotze angerührt, bin ins Kino gegangen und der Pornowichser hat meine Olle gefickt.“
- Goonies und Bang boom Bang.
 
„Du schläfst auf der Powercouch und wenn dein Leben ein Gesicht hätte würde ich da jetzt reinschlagen.”
- Tenacious D und Scott Pilgrim
 
„Kühe sind erst in den letzten 8.000 Jahren domestiziert worden oder wen ich muss ich ficken, um von diesem Schiff runterzukommen?“
- Snatch und Alien 4
 
„Das ist kein Mond, das ist ein Topf voll Scheiße!“
- Krieg der Sterne und Angel Heart
 
„Das sind ja tolle Neuigkeiten, Schlangen auf Crack. Schlangen … warum ausgerechnet müssen es Schlangen sein?“
- Snakes on a Plane und Indiana Jones 1
 
„Zu Beginn werde ich 22 Gedichte aus dem Zyklus `Abschied´ lesen. Und danach schlag ich Gott KO.“
- Papa ante Portas und Sin City
 
„Wir saßen da während uns die Sonne auf den Buckel schien und fühlten uns wie freie Männer. Wir hatten das Gefühl, das Dach unseres eigenen Hauses geteert zu haben. Danach nahmen wir etwas Meskalin und gingen schwimmen.”
- Die Verurteilten und Fear and Loathing in Las Vegas
 
“Über dieser Stadt liegt Angst. Auch über diesen Straßen, und über diesen Häusern hängt eine Wolke des Schreckens. Widerwärtige Gewalttätigkeiten haben die Metropole in ihren Bann gezogen. Berlin ist jetzt die Stadt der Warenhäuser! Hier war’n Haus und da war’n Haus!”  
- Monty Python’s wunderbare Welt der Schwerkraft und Der Untergang
 
“Ich beschloss ihn zur rede zu stellen und mir zu sagen was sein Problem ist. Aber er tauchte nicht auf. Da hab ich mir eine Flöte in die Muschi gesteckt”
- Twilight und American Pie

Der Zockerabend- 1.1

 “Yo, Bitch! Ich liebe es einfach mit dir scharfe MILFs abzuchecken”, sagt Eumel.
Dabei lässt er grinsend seine Hüfte in einer anstößigen Bewegung kreisen.
Das sieht allerdings kein Stück sexuell aufgeladen aus, eher als würde ein Kugelfisch versuchen sich aus einem Fischernetz zu befreien.
“Wir checken keine MILFs ab. Wir kaufen gerade beim REWE ein”, sage ich kopfschüttelnd.
“Schau dich doch nur mal um. Das hier ist das reinste MILF-Paradies”, sagt Eumel.
Ich schaue mich um und frage mich ob mein Freund die geschätzt Achtzigjährige Frau meint, die gerade mit der Dynamik einer Weinbergschnecke ihren
Rollator durch die Gänge schiebt.
“Da kannst du auf jeden Fall noch was von lernen”, sage ich und wende mich dem reichhaltigen Angebot an Vodkasorten zu.
“Außerdem könntest du bitte mal aufhören so zu reden, als seiest du ein Gangsterrapper”, sage ich.
“Du bist ein 35jähriger IT-Fritze aus Wuppertal-Vohwinkel und nicht etwa die Wiedergeburt Tupac Shaqurs. Das wäre im übrigen gar nicht möglich, da du schon gelebt hast, als man Tupac erschossen hat”, sage ich, bemerke dann aber, dass Eumel gar nicht mehr da ist.
 
Ich finde ihn an der Fleischtheke, wo er gerade mit der Fleischwarenfachverkäuferin flirtet.
Ihr Name ist Mona und sie sieht aus, als wäre sie vor allem dafür zuständig nach Feierabend die Reste aufzuessen.
Eumel, der selbst einen beträchtlichen Fleischwurstring vorzuweisen hat – er selbst bezeichnet es gerne als erotische Schwungmasse – hat sein selbsternanntes Womanizer-Lächeln aufgesetzt. Mich erinnert er dabei immer an den fiesen Typen, der früher nur im Trenchcoat bekleidet vor unserer Schule rumgelungert ist.
Das war schon ziemlich unangenehm, aber immerhin konnte ich so ab und zu meinen Vater sehen.
 
Als wir später an der Kasse stehen, nickt Eumel anerkennend beim Anblick unseres randvollen Einkaufswagens. Die Einkäufe für den heutigen Zocker-Abend lassen sich ganz einfach in zwei Kategorien einteilen: Alkohol und Knabberkram.
„Wie sieht’s aus, Eumel. Kannst du was dazutun“, frage ich.
„Bin gerade Pleite“, sagt Eumel erwartungsgemäß.
„Aber ich kann dir aber die Kohle bald wiedergeben, ich arbeite gerade an einer Spiele-App über die beliebte Wanderhuren-Serie“, sagt er.
„Lass mich raten. Es ist ein Online-Rollenspiel bei dem es aber nur eine Klasse gibt – die Hure – und die hat auch nur zwei Eigenschaften – Wandern und Poppen?“, sage ich.
„Es ist eine Wirtschaftssimulation“, sagt Eumel ernst.
 „Hast du denn beim Wanderhuren-Verlag gefragt, ob du das darfst? Von wegen Urheberrecht und so?“
Eumel grinst.
„Ich bin doch nicht doof. Ich nenne es nicht Die Wanderhure sondern die Die Spaziergänger-Nutte“.
Ich erspare mir die Bemerkung, dass Wanderhure eine Berufsbezeichnung ist, während Die Spaziergänger-Nutte klingt, wie der Titel eines albanischen Amateurpornos.
 
Als wir den REWE verlassen, kommt uns ein älterer Mann entgegen. Er sieht zwar nicht aus wie ein Penner, aber auf jeden Fall wie jemand, der gerne mal an Hauswände pinkelt.
Er lächelt mich an und fragt nach Feuer.
Ich halte ihm mein Feuerzeug entgegen und während er sich eine Kippe anzündet, sagt er unvermittelt:
„Als ich noch jung war, habe ich mein ganzes Geld für Muschis ausgegeben. Weißt du was ich heute mit dem Geld machen würde?“
Ich schüttele den Kopf.
„Ich würde es für Muschis ausgeben!“.
Mit einer beiläufigen Handbewegung verabschiedet er sich von uns, um dann beim REWE an die Hauswand zu pinkeln.
 
Später sitzen wir bei Eumel in der Bude und starren gebannt auf den Vorspann von FIFA2014.
„EA Sports. It’s in the game!“
Aus den Augenwinkeln fällt mir etwas Seltsames auf.
Irgendwas stimmt hier nicht.
Irgendetwas ist anders.
Dann dringt der Fehler in der Matrix bis in mein Bewusstsein.
Ich zeige auf zwei Heuballen neben dem Sofa:
„Warum liegt denn hier Stroh rum?“, frage ich.
„Warum hast du ‚ne Maske auf?“, fragt Eumel.
„Ich habe keine Maske auf und ich werde dir auch garantiert keinen blasen“, sage ich und niese.
Pfennig für Pfennig fällt der Groschen und ich sage:
„Sag mal, Eumel. Kann es sein, dass du da neben meiner Couchseite einen Heuballen hingelegt hast, weil ich an Heuschnupfen leide und ich dadurch beschissener Fifa spiele?“
„Ach, wo denkst du hin“, sagt Eumel. „Das ist für die Kaninchen“.
„Du hast keine Kaninchen“, sage ich und wähle mein Team aus.
„Ich will mir welche kaufen.“
„Warum solltest du dir Kaninchen kaufen, Eumel? Du interessierst dich doch nur für Tiere, wenn sie in deinem Döner sind!“.
„Ich bin jetzt Vegetarier“, sagt Eumel.
„Willst du mich verarschen?“, frage ich.
Meine Augen beginnen vom Heu zu jucken.
„Ach, wo denkst du hin“, sagt Eumel.
„Ich habe sogar Veganes Mett im Kühlschrank.“
Ich stutze.
„Veganes Mett? Das klingt als würde man in einem Pornofilm alle Sexszenen raus schneiden?“
„Das schmeckt auch genau so“, sagt Eumel.
„Wenn Gott gewollt hätte, dass wir Veganer werden“, sage ich, „hätten Eier Beine zum weglaufen.“.
Dann muss ich dreimal hinter einander niesen.
„Eins-Null“, sagt Eumel.
Stille.
„Sag mal, Eumel.“
„Jo!“
„Kann das sein, dass du Manuel Neuer im Sturm aufgestellt hast?“
„Jo!“
Während ich in der Wiederholung sehe, wie Manuel Neuer einen sehr ansehnlichen Fallrückzieher ins Tor versenkt, leere ich meinen Vodka-Red-Bull.
Ich könnte mich jetzt aufregen, bleibe aber ganz cool.
Wie hat Berti Vogts mal so schön gesagt:
„Hass gehört nicht ins Stadion. Die Leute sollen ihre Emotionen zu Hause mit ihren Frauen ausleben.”
 

Don’t fuck with Blutbadbitch69!

(Hierbei handelt es sich um eine überarbeitete Bühnenfassung von “Frauen und Technik”)

Das erste Mal begegnet sind wir uns in der staubigen Trockenheit einer afghanischen Gebirgskette.
Sie nannte sich Blutbad-Bitch69 und es war Liebe nach dem ersten Kopfschuss. Wie ein Wirbelwind war sie über die Karte von Modern Warfare 2 geweht und hatte ihren männlichen Kontrahenten mit ihrer vollautomatischen Schrotflinte Model AA-12 das Fürchten gelehrt.
Ihre liebliche Stimme, so süß wie türkischer Honig, drang durch mein Headset, direkt in mein Herz.
„Spiel lieber Pokemon, du Motherfucker“, waren die ersten Worte gewesen, die sie an mich gerichtet hatte.
Während mein virtueller Avatar von einer Ladung Schrot quer über den Bildschirm geschleudert wurde, war es um mich geschehen. 
Im echten Leben hieß Blutbad-Bitch69 Birgit und fluchen tat sie eigentlich so gut wie nie.
„Ich leide an Ego-Shooter-Tourette“, hatte sie einmal gesagt und dabei waren ihren Wangen leicht errötet, als hätte sie gerade ihrer Mutter offenbart, dass sie ihre erste Monatsblutung bekommen hatte.
Birgit hatte einen Master of Science in Wirtschaftsinformatik.
„Vor YouPorn zu masturbieren bedeutet nicht, das man auch irgendwas mit Computern macht“, hatte sie einmal gesagt und ich wusste, dass sie es in ihrem Beruf nicht einfach hatte.
„Frauen und Technik“, lautet ein beliebter Ausspruch von Männern, die denken, dass Frauen lediglich dazu gut sind Bettpfannen zu wechseln, Haare zu schneiden oder an ihrer Seite hübsch auszusehen.
Doch Birgit hatte kein Interesse daran einen Mann durch ihre Anwesenheit aufzuwerten.
Sie wollte programmieren, Dinge auseinanderbauen und Dinge wieder zusammenbasteln.
Statt Frauenzeitschriften und Nagellack lagen in ihrer Bude PC-Magazine rum und Unmengen dieser kleinen Schraubenzieher, die sich auf ganz perfide Weise in nackte Füße bohren konnten.
Obwohl Birgit eigentlich die Ruhe selbst war – außer wenn sie bei Ego-Shootern ihre Gegner als verfickte Scheißnoobs oder hirnlose Kackstiefel bezeichnete -, hatte ich sie einmal in richtig in Rage erlebt und dagegen wirkte sogar Freddy Krüger wie ein plüschige Version von Hello Kitty.
 
Wir saßen gerade beim Mittagessen als sie einen Anruf bekam.
Eine Zeit lang war das Gespräch noch gesittet verlaufen, doch von Minute zu Minute wurde der Ton schärfer bis Birgit plötzlich in den Call-of-Duty-Modus wechselte.
 
„Jetzt hör mir mal gut zu, mein Freund. Ich habe schon in den 80ern Basic-Programme geschrieben, da hast du noch in deinen Benjamin-Blümchen-Pyjama gepinkelt, wenn du nicht gerade damit beschäftigst warst an deinem unbehaarten Sack zu spielen.
Wenn ich mir noch einmal so einen Frauen-und-Technik-Spruch von dir anhören muss, werde ich dir auf sehr schmerzhafte Weise begreiflich machen, warum ein USB-Stick eigentlich nichts in einem Anus zu suchen hat.
Und wenn dann noch Platz in deiner Rosette ist, werde ich aus deiner Frauenfeindlichkeit einen Igel-Origami falten und es hinterschieben.
 
Ich habe in meinem kleinen Finger mehr Technikverständnis als du im ganzen Körper und während dein reicher Papa dich früher in die Tennisschule gefahren hat, habe ich mir mein Taschengeld mit Raubkopien von Amiga-Spielen aufgebessert.
 
Ich schreibe Codes die cooler sind als Han Solo in Karbonit, während du so programmierst wie Jar-Jar-Binks redet.
Ich bin das Imperium unter den Programmiererinnen und du nur ein Stormtrooper, der ständig daneben schießt und nachts schweißgebadet aufwacht, weil er immer wieder diesen einen Satz in seinen Träumen hört: „Das sind nicht die Droiden, die ihr sucht“.
 
Meine Programme sind von so vollendeter Schönheit und Liebe, dass sie in der Lage sind Steve Jobs von den Toten zu erwecken.
Sie sind wie Blumenwiesen aus Codes und Befehlen, auf denen rosa Plüscheinhörner fröhlich zu Pharrell Williams „Happy“ ihre Hufen schwingen. 
Meine Code-Zeilen sind wie die Verse eines zu Tränen rührenden Poems, während du nur Vogonische Dichtkunst ablieferst.
Wenn du etwas schreibst, sieht das Ergebnis immer aus, als hätte eine Crackhure eine Buchstabensuppe erbrochen.
Hättest du Spacken Tetris programmiert, würde dort als Hintergrundmusik die ganze Zeit „alle meine Entchen“ laufen und es gäbe nur verfickte Quadrate.
 
Als ich aus dem Geburtskanal meiner Mutter gekrochen bin, hatte ich bereits eine Maus in der Hand.
Niemals in meinem Leben habe ich mit Barbiepuppen gespielt und ich interessiere mich weder für Schuhe, noch für Friseurbesuche oder Promi-Tratsch.
Tut mir echt leid, wenn ich dir gerade dein Weltbild zerstöre aber nicht alle Frauen sind Tussen. Du solltest vielleicht weniger RTL2 gucken und mal mit offenen Augen durchs Leben gehen, dann würdest du sehen, dass wir mehr drauf haben, als zu kochen, putzen und die Beine breit zu machen.
Verdammte Scheiße, ich besitze sogar einen USB-Darth-Vader-Dildo und wenn ich ihn benutze, dann fühle ich die Macht in mir.
 
Also Freundchen, wenn ich mir noch einziges Mal so einen despektierlichen Scheiß von dir anhören muss, kannst du dich nach einem neuen Systemprogrammierer umschauen.
Dann kannst du dir von mir aus einen Kerl für den Job suchen.
Mit dem darfst du dann gerne deinen Schwanz vergleichen, über Fußball reden oder Witze über Titten machen.“
 
Als sie auf den Auflegen-Knopf ihres Handys drückte, war ihr Kopf war so rot, dass sie aussah wie eine weibliche Version von Hellboy.
 
„Alles klar, Birgit? Wer war das?“
„Das war mein Chef“, antwortete sie.
„Hui, und wird er dir das nicht übel nehmen?“, fragte ich besorgt.
„Keine Ahnung, er hat schon beim Benjamin-Blümchen-Pyjama aufgelegt.“
 
 

Ein Brief an Putin V2.0

Aus gegebenem Anlass, habe ich meinen Brief an Putin noch mal überarbeitet/erweitert.

Lieber Vladimir,

ich muss gestehen, dass ich mir in letzter Zeit ein wenig Sorgen um dich mache. Immer wenn ich dich in den Nachrichten sehe, machst du einen sehr traurigen Eindruck. Niemals umschmeichelt auch nur der Schatten eines Lächelns deine Lippen und deine Miene ist immer so ernst, als hättest du gerade erfahren, dass deine Tochter bei den Pussy Riots angeheuert hat.

Obwohl du als ganzer Kerl der du nun mal bist, natürlich niemals in der Öffentlichkeit weinen würdest, erkenne ich in deinem Blick den Kummer, der tief in deiner Seele sitzt.
Er ist auch wirklich nicht einfach dieser Tanz zwischen lupenreiner Demokratie und verdeckter Diktatur den du jeden Tag aufs Parkett legen musst. Du möchtest so gerne als der Mann in die Geschichte eingehen, der Mütterchen Russland wieder zu alter Blüte verholfen hat. Aber das Land ist nun mal marode und wird von innen durch Korruption und Vetternwirtschaft zerfressen. Da musst du halt mit eiserner Faust regieren und da sind Dinge wie Meinungsfreiheit und nörgelnde Ausländer nicht wirklich hilfreich.

Und dann jetzt noch die Sache mit der Ukraine. Was fällt denen eigentlich ein, während deiner Olympischen Spiele einfach eine Revolution vom Zaun zu brechen? Das ist ja so als würde dir irgendwer in den Hausflur deiner Datscha kacken.  

Eigentlich hätte das die Zeit deines größten Triumphes sein sollen. Ein Fest unter Gleichgesinnten, bei dem der IOC dir für die menschenunwürdigen und ausbeuterischen Bedingungen beim Bau deines Olympischen Vergnügungsparks laufend auf die Schulter klopfen würde. Aber nein, da hat dir eines deiner Satellitenstaaten aber mal kräftig in den Vodka gespuckt.
Und als ob das nicht genug wäre, mischen sich jetzt auch noch die Amis und die Europäer ein.

Dabei sind es doch gar nicht deine Truppen, die mit russischen Panzern und russischen Militärfahrzeugen mit russischem Kennzeichnen die Krim besetzt halten. Das sind lediglich Bürgerwehrtruppen. Die sehen eigentlich nur aus wie gut bewaffnete Spezialeinheiten, sind aber einfache Bäcker, Friseure und IT-Administratoren. Und die wollen die Krim auch nicht einnehmen, sondern nur die russische Bevölkerung vor den Faschisten aus Kiev und dem Westen zu schützen.

Gerade die Amerikaner sollten sich mal schön zurückhalten.
Wer auf kubanischen Boden – ohne dessen Einverständnis – ein Gefängnis führt, um in Ruhe potentielle Terroristen foltern zu können, der darf sich auch gerne mal gehackt legen.
Außerdem verstößt Israel ständig gegen Völkerrecht und gibt es da irgendwelche Sanktionsforderungen der Amerikaner?

Man stelle sich jetzt mal vor, dass die Menschen auf Hawaii plötzlich auf die Idee kämen, nicht mehr zu den U.S.A. gehören zu wollen. Da würden sich die Massen zu dem Markplatz in Honolulu aufmachen, Palmen anzünden und die lokale Regierung mit Kokosnüssen aus dem Amt jagen. Ich wette, es würde keine zwei Stunden dauern und bis Chuck Norris das kleine Inselparadies den Erdboden gleichgemacht hat.
Da hast du die von dir nicht auf die Krim geschickten Soldaten besser im Griff. Da ist noch kein Blut geflossen … bis jetzt.

Ach, Vladi, alter KGB-Recke, du hast es wirklich nicht leicht.
Trotzdem glaube ich, dass es nicht nur das ist, was dir zu schaffen macht. Da ist noch mehr, etwas Tiefes, das wie ein Stachel in deinem Herzen steckt.
Ich vermute, dass es etwas mit deiner Homophobie tun haben könnte. Du willst mir doch nicht erzählen, dass du wirklich was gegen Schwule und Lesben hast, dass du denkst die könnten eure Kinder in irgendeiner Art und Weise versauen.
Jetzt mal ehrlich, da steckt doch mehr dahinter.
Du lässt dich doch auch gerne mal mit nacktem Oberkörper fotografieren, damit die Menschen sich an deine judo-gestählten Brust ergötzen können. Oben ohne beim Angeln, oben ohne beim Reiten, oben ohne beim Delphinschwimmen – das ist doch kein Zufall, oder?

Lieber Vladi, kann es vielleicht sein, dass du während deiner Zeit beim KGB auch mal von der verbotenen, gleichgeschlechtlichen Frucht gekostet hast?
Wie war das denn so bei der Ausbildung zum KGB-Offizier?
Irgendwo in der sibirischen Tundra, eingepfercht in einer Kaserne mit lauter Typen, die allesamt so viel Testosteron versprüht haben, wie eine Busladung Bodybuilder.
Bist du da etwa auch mal schwach geworden?
Vielleicht als du beim morgendlichen Ringen das prachtvolle Gemächt deines Gegners an deiner Wange gespürt hast, während du den Geschmack seines Schweißes im Mund hattest?
Habt ihr euch dann heimlich abends in deiner Stube getroffen, gegenseitig eure Körper erforscht und Dinge in den Mund genommen, die man als echter Heterokerl niemals in den Mund nehmen sollte?
Aber eine echte Männerliebe zwischen KGB-Offiziersanwärter, das geht natürlich nicht. Das wäre das Ende deiner Karriere gewesen und das konntest du natürlich nicht riskieren.
Obwohl es dir das Herz gebrochen hat, hast du die Beziehung beendet. Doch der Schmerz ist immer noch da, Vladi, oder?
Das kann jeder sehen, der dir in deine traurigen Dackelaugen schaut.
Ist es etwa dieser Schmerz, der dich dazu bringt Homosexuelle zu behandeln wie Menschen zweiter Klasse?
Wenn du deine Neigung nicht ausleben darfst, dann soll das auch kein anderer dürfen?

Vladi, was immer dir auf dem Herzen liegt, mit mir kannst du darüber reden. Ich glaube tief in dir, irgendwo in dieser stählernen Hülle Marke „waschechter Kerl mit Klöten wie Honigmelonen” steckt ein kleines schüchternes Mädchen, das sich danach sehnt in starke Männerarme genommen zu werden und zu weinen.

Wenn du so jemanden brauchst, sag einfach Bescheid. Ich komme in deine Datscha vorbei, wir gucken Pretty Woman, essen M&Ms und kuscheln ein bisschen. Und wenn du weinen willst, dann kannst du das bei mir tun, ohne dich schämen zu müssen.
Ich erzähle auch niemanden davon. Versprochen.

In ewiger Bewunderung.

Dein David Grashoff

Die Masturbation ist der Puff des kleinen Mannes

Es gibt drei Dinge, die ich überhaupt nicht leiden kann.
Das sind Intoleranz, Frauenfeindlichkeit und hässliche Weiber.
Wobei das mit dem „hässlich” liegt ja bekanntlich im Auge des Betrachters. Immerhin hat sich ja auch irgendwer gefunden, der Ursula von der Leyen sieben Kinder gemacht hat.
Da war entweder viel Alkohol im Spiel … oder künstliche Befruchtung.

Ich habe mal nach „Ursula von der Leyen und Sexy” gegoogelt, habe aber keinen brauchbaren Treffer gelandet.
Aber zum Glück haben wir ja Sahra Wagenknecht.
„Die schönste Linke aller Zeiten”, hat Markus Lanz sie mal genannt. Aber mal ehrlich, neben Gregor Gysi sieht jede Frau aus wie eine Prinzessin.
Ich finde ja Sarha Wagenknecht hat was von einer Domina.
„Ruf jetzt an! Sahra Wagenknecht versohlt dir deinen kleinen, konservativen Arsch mit dem Kapital von Karl Marx!”.
Okay, das klingt nur bedingt Sexy. Dann guck ich doch lieber „Trommelfeuer aus der Sackkanone”.  

Eine Ex-Freundin hat mich übrigens mal dabei erwischt, wie ich mir vor You-Tube einen runtergeholt habe.  Danach kam es natürlich zu der unvermeidlichen Frage „Findest du die da hübscher als mich?”.
Worauf ich sprachgewandt wie ich nun mal bin, antwortete: “Och.”

Die Beziehung ging in die Brüche und um solche Situationen in Zukunft zu vermeiden, onaniere ich nur noch vor Tierreportagen … oder Hitlerdokus.

Klar, das Thema ist schon ein bisschen heikel aber die Masturbation ist nun mal der Puff des kleinen Mannes.
Außerdem gibt es ziemlich interessante Fakten zu dem Thema.

Wussten sie beispielsweise, dass ein Samenerguss circa 66 Millionen Spermien enthält?
Wenn man als Mann also das nächste Mal selbst Hand anlegt, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass man dabei die gesamte Bevölkerung Frankreichs in ein Taschentuch rotzt.

Vielleicht hat die Katholische Kirche ja deswegen was gegen Selbstbefriedigung. In den USA gibt es heute noch radikale Christen, die Masturbation für eine Sünde halten. Aber okay, das sind auch dieselben Spinner, die behaupten die Erde gäbe es erst seit 10.000 Jahren und die Menschen hätten zusammen mit den Dinosauriern gelebt.
Wer glaubt, dass die Welt mal so aussah wie bei der Familie Feuerstein, bei dem kann die geistige Kernschmelze nicht mehr weit sein.

Und seien wir doch mal ehrlich. Wenn Gott wirklich gewollt hätte, dass wir nicht mehr an uns rumspielen, hätte er einfach unsere Arme kürzer gemacht.
Aber ob das so gut gewesen wäre?
So ein T-Rex konnte auch nie onanieren und die sind ja bekanntlich ausgestorben.

Man kann das Spiel auf der eigenen Flöte verteufeln wie man will, aber es lässt sich nicht von der Hand weisen, dass es auch positive Auswirkungen hat, wie beispielsweise der Abbau von Stress. So ist es bei männlichen Affen durchaus üblich, dass Spannungen innerhalb eines Rudels durch fröhliches onanieren gelöst werden. Ich finde, da sollten wir Männer uns mal eine große Scheibe von abschneiden.

Wenn es im Büro beim Meeting mal wieder heiß her geht, einfach mal den Lörres rausholen und sich schön einen von der Palme wedeln.

Allerdings sollte man es sich nicht zu Gewohnheit machen in Stresssituationen den Lümmel zu melken. Aus Erfahrung weiß ich, dass gerade Kindergärtnerinnen etwas sensibel darauf reagieren, wenn man sich mitten in der Pumuckl-Gruppe entblößt.

Wo es immer wieder mal nützlich ist, wenn man ein wenig Dampf ablassen kann, ist wenn man im Stau steht.
Ich bin viel im Ruhrpott unterwegs und ich musste schon so manches Mal auf der A40 das sexuelle Druckventil lösen.

Übrigens hatte schon mein Vater mich in meiner Kindheit mehrmals eindringlich vor der A40 gewarnt.
„Die A40 ist ein Hort des Bösen”, hatte er gesagt.
„Die A40 ist wie nach einem Stromausfall im Swingerclub in den Armen deiner in Latex gekleideten Mutter aufzuwachen”, hatte er gesagt.
Und er wusste wovon er sprach.

Zum Thema Onanie hat sich mein Vater allerdings in meiner Gegenwart nie geäußert, bis auf ein gelegentliches:
„Hätte ich am Tag deiner Zeugung mal lieber in die Wupper gespritzt!”.

Also, ich werde das als Vater natürlich ganz anders machen.
Wenn es soweit ist und mein Sohn die ersten Anzeichen von postpurbertären Gehirnflatulenzen aufweist, werde ich in einer ruhigen Minute ein echtes Männergespräch mit ihm führen.

Ich werde mich neben ihm auf Bett setzen, meine tiefe, ernste Stimme auspacken und sagen:
„Yo, du Opfer! Wir müssen mal übers wichsen reden!”
Es ist ja immer wichtig der Jugend in ihrer Sprache zu begegnen.
„Ich bin der Chabo, der weiß, dass dem Babo bald die Nudel jucken wird. Wenn du Lappen also irgendwann mal ‚ne heiße Bitch oder ‚ne scharfe MILF abcheckst und dein Nahkampfstachel ausschlägt, dann wird es mal Zeit ordentlich den Zyklopen zu kitzeln. Aber du musst nur aufpassen, dass er nicht alles voll spuckt, das ist dann so Seuche wie Rektalherpes, du Spast!”
Ich freue mich jetzt schon drauf.

Falls sie sich übrigens fragen, warum ich auf der Bühne immer so entspannt wirke. Ich sage nur, falls sie eben noch in etwas Klebriges getreten sind.
Das war kein verschüttetes Bier.
Das war Frankreich.

Ein Brief an Vladimir Putin

Lieber Vladimir,

ich muss gestehen, dass ich mir in letzter Zeit ein wenig Sorgen um dich mache. Immer wenn ich dich in den Nachrichten sehe, machst du einen sehr traurigen Eindruck. Niemals umschmeichelt auch nur der Schatten eines Lächelns deine Lippen und deine Miene ist immer so ernst, als hättest du gerade erfahren, dass deine Tochter bei den Pussy Riots angeheuert hat.

Obwohl du als ganzer Kerl der du nun mal bist, natürlich niemals in der Öffentlichkeit weinen würdest, erkenne ich in deinem Blick den Kummer, der tief in deiner Seele sitzt.
Er ist auch wirklich nicht einfach dieser Tanz zwischen lupenreiner Demokratie und verdeckter Diktatur den du jeden Tag aufs Parkett legen musst. Du möchtest so gerne als der Mann in die Geschichte eingehen, der Mütterchen Russland wieder zu alter Blüte verholfen hat. Aber das Land ist nun mal marode und wird von innen durch Korruption und Vetternwirtschaft zerfressen. Da musst du halt mit eiserner Faust regieren und da sind Dinge wie Meinungsfreiheit und nörgelnde Ausländer nicht wirklich hilfreich.

Ach, Vladi, alter KGB-Recke, du hast es wirklich nicht leicht.
Trotzdem glaube ich, dass es nicht nur das ist, was dir zu schaffen macht. Da ist noch mehr, etwas Tiefes, das wie ein Stachel in deinem Herzen steckt.
Ich vermute, dass es etwas mit deiner Homophobie tun haben könnte. Du willst mir doch nicht erzählen, dass du wirklich was gegen Schwule und Lesben hast, dass du denkst die könnten eure Kinder in irgendeiner Art und Weise versauen.
Jetzt mal ehrlich, da steckt doch mehr dahinter.
Du lässt dich doch auch gerne mal mit nacktem Oberkörper fotografieren, damit die Menschen sich an deine judo-gestählten Brust ergötzen können. Oben ohne beim Angeln, oben ohne beim Reiten, oben ohne beim Delphinschwimmen – das ist doch kein Zufall, oder?

Lieber Vladi, kann es vielleicht sein, dass du während deiner Zeit beim KGB auch mal von der verbotenen, gleichgeschlechtlichen Frucht gekostet hast?
Wie war das denn so bei der Ausbildung zum KGB-Offizier?
Irgendwo in der sibirischen Tundra, eingepfercht in einer Kaserne mit lauter Typen, die allesamt so viel Testosteron versprüht haben, wie eine Busladung Bodybuilder.
Bist du da etwa auch mal schwach geworden?
Vielleicht als du beim morgendlichen Ringen das prachtvolle Gemächt deines Gegners an deiner Wange gespürt hast, während du den Geschmack seines Schweißes im Mund hattest?
Habt ihr euch dann heimlich abends in deiner Stube getroffen, gegenseitig eure Körper erforscht und Dinge in den Mund genommen, die man als echter Heterokerl niemals in den Mund nehmen sollte?
Aber eine echte Männerliebe zwischen KGB-Offiziersanwärter, das geht natürlich nicht. Das wäre das Ende deiner Karriere gewesen und das konntest du natürlich nicht riskieren.
Obwohl es dir das Herz gebrochen hat, hast du die Beziehung beendet. Doch der Schmerz ist immer noch da, Vladi, oder?
Das kann jeder sehen, der dir in deine traurigen Dackelaugen schaut.
Ist es etwa dieser Schmerz, der dich dazu bringt Homosexuelle zu behandeln wie Menschen zweiter Klasse?
Wenn du deine Neigung nicht ausleben darfst, dann soll das auch kein anderer dürfen?

Vladi, was immer dir auf dem Herzen liegt, mit mir kannst du darüber reden. Ich glaube tief in dir, irgendwo in dieser stählernen Hülle Marke „waschechter Kerl mit Klöten wie Honigmelonen“ steckt ein kleines schüchternes Mädchen, das sich danach sehnt in starke Männerarme genommen zu werden und zu weinen.

Wenn du so jemanden brauchst, sag einfach Bescheid. Ich komme in deine Datscha vorbei, wir gucken Pretty Woman, essen M&Ms und kuscheln ein bisschen. Und wenn du weinen willst, dann kannst du das bei mir tun, ohne dich schämen zu müssen.
Ich erzähle auch niemanden davon. Versprochen.

In ewiger Bewunderung.

Dein David Grashoff

Nerdklasse: Der Zocker-Nerd

Der Zocker-Nerd

Beschreibung: Egal ob er am PC bei World of Warcraft questet wie ein Weltmeister oder auf der Konsole bei Call of Duty Kills sammelt wie John Wayne in seinen besten Zeiten, für den Zocker-Nerd ist Freizeit nur dann Quality-Time, wenn er zocken kann.

Sobald der Gamer in seinem Element ist, verfällt in einen tranceähnlichen Zustand, bei dem er kaum noch ansprechbar ist. Während einige total schweigsam werden und nur noch ein gelegentliches „Nur noch ein Spiel” von sich geben, werden andere vom Zocker-Tourette-Syndrom heimgesucht, bei dem sie unkontrolliert fluchen. Sogar gesittete Zocker, die sonst ein Beispiel an Anstand und Höflichkeit sind, können dann Beleidigungsarien von sich geben, bei denen sie ihre Gegner und deren gesamte Familie so übel beschimpfen, dass es jedem Aggrorapper die Schamesröte ins Gesicht treiben würde. Gerade Ego-Shooter wie Call of Duty oder Battlefield eignen sich hervorragend dazu Flüche und Beleidigungen aus aller Herren Länder zu lernen.

Der Zocker-Nerd ist Tag- und Nachtaktiv uns schläft nur wenn der Körper schon erste Anzeichen von Kaffeeallergie zeigt oder der Schlafmangel seiner Spieleffizienz schadet. Er ernährt sich hauptsächlich von Fast-Food, das er ausnahmslos beim Türken um die Ecke bestellt und in den kurzen Spielpausen in sich reinschaufelt.

Die Umfeld seiner Wohnung kennt der Zocker-Nerd nur von gelegentlichen Ausflügen bei Google-Earth, während er sich ein neues Update für sein Spiel runterlädt.

Soziale Kontakte pflegen Zocker nur noch per Chat und obwohl sie fast nie die echten Namen ihrer Gesprächspartner kennen, schließen so etwas Ähnliches wie Freundschaft mit ihren Clanbuddys oder den anderen Mitglieder ihrer Gilde. Einige Zockernerds gehen sogar so weit, dass sie in der virtuellen Welt eine Ehe eingehen. Davor ist allerdings abzuraten, denn wer will schon mit einem 150-Kilogramm-IT-Mitarbeiter-der-Telekom in der Gestalt einer scharfen Elfenkriegerin verheiratet sein, auch wenn es nur in der Anonymität des Internets ist.   

Spezialfähigkeiten : Gute Auge-Hand-Koordination. Mehrsprachiges Beschimpfen.
Schwächen: Spielsucht.

Nerdklasse: Der LARP-Nerd

Der LARP-Nerd

Beschreibung: Der LARP-Nerd ist für den Pen-und-Paper-Rollenspieler das, was Bisaknosp für Bisasam ist, sozusagen eine Weiterentwicklung. LARP steht für Live-Action-Role-Playing und bezeichnet das Liverollenspiel. Nerds denen es nicht mehr reicht Abenteuer in ihrer Vorstellungskraft zu erleben, schmeißen sich in eine Verkleidung (Gewandung), basteln sich übertrieben große Waffen aus Schaumstoff und Latex, und nehmen bei LARP-Events mit hunderten Gleichgesinnten an chaotisch wirkenden Schlachten teil.

LARP-Nerds sind regelmäßig auf Mittelaltermärkte anzutreffen, wo sie so tun, als wäre eines der dunkelsten Zeitalter unserer Menschheitsgeschichte so romantisch gewesen, wie eine Fahrt mit dem Wiener Riesenrad. Dabei reden sie alle so, wie sie denken das Menschen im Mittelalter geredet haben könnten und trinken Literweise Met und selbstgebrautes Bier das schmeckt, als hätte es bereits schon jemand getrunken und ausgeschieden.

Wer LARP betreibt legt großen Wert auf eine passende Gewandung und Verkleidung für seinen Charakter. Dabei entstehen wahre Kunstwerke, von dem grauenerregenden Ork, bis zur wunderschönen Elfenprinzessin.

Doch LARPs müssen nicht zwangsläufig mit Mittelalter oder Fantasy zu tun haben. Es gibt Kriminal-LARPs die im viktorianischen England spielen oder Horror-LARPs, bei denen die Spieler moderne Charaktere darstellen. Diese LARPs spielen sich eher im kleinen Rahmen ab und dabei steht vor allem die soziale Interaktion im Vordergrund und weniger das aufeinander Eindreschen mit Schaumstoffwaffen.

Besonders beliebt sind die Vampir-Liverollenspiele, beim dem die Spieler unheimlich geheimnisvolle Vampire verkörpern und versuchen mit scharfsinnigen Intrigen die Geheimnisse der anderen unheimlich geheimnisvollen Vampire in Erfahrung zu bringen, um sie dann gegen andere unheimlich geheimnisvollen Vampire einzusetzen. Ein bestimmtes Ziel hat so ein Liverollenspiel nicht, außer dass man mal unheimlich geheimnisvoll sein darf.

Spezialfähigkeiten: Gewandungen erstellen. Pseudomittelalterdeutsch.
Schwächen: Realitätsverlust +1.

Nerdklasse: Der Tabletop und/oder Brettspiel-Nerd

Der Tabletop und/oder Brettspiel-Nerd

Beschreibung: Wer schon einmal auf einer Rollenspiel-Convention war, ist bestimmt schon einem Tabletop-Nerd begegnet. Diese trifft man häufig tief in Gedanken versunken an, irgendwo in der Nähe eines Tisches, auf dem eine Modeleisenbahnlandschaft aufgebaut wurde und Armeen von Zinnfiguren eine Schlacht epischen Ausmaßes führen. Tabletop-Nerds sind oft in sich gekehrte Gesellen, die sich stundenlang damit beschäftigen können, mit viel Liebe zum Detail, Zinnfiguren zu bemalen oder sich Taktiken für ihre Armeen auszudenken.

Sie besitzen alle Regelwerke ihres Lieblingssystems, aus denen sie jede wichtige Tabelle, jede nützliche Ausnahmeregel und jedes Fallbeispiel auswendig kennen, denn nur ein Stratege, der sein Handwerkzeug auch beherrscht, ist es wert als Sieger vom Schlachtfeld zu gehen.

Eine etwas abgeschwächte Form der Tabletop-Nerds sind die Brettspiel-Nerds, die zwar keine Eigenleistung, wie beim Zusammenstellen einer Armee erbringen, dem Tabletopper aber in Sachen Ehrgeiz beim Spielen in nichts nachstehen. Am Anfang des Monats ist bei diesen Nerds verstärkt damit zu rechnen, dass sie beim Spielabend mit einer Schubkarre voller neuer Spiele vor der Tür stehen und sie erst wieder nach Hause gehen, wenn auch jedes einzelne ausprobiert wurde.

Spezialfähigkeiten: Strategischen Denken. Ruhige Hand (Bemalen von Zinnfiguren).   
Schwächen: Krankhafter Ehrgeiz beim Spielen.  

Nerdklasse: Der Pen-und-Paper-Nerd

Der Pen-und-Paper-Nerd

Beschreibung: Lange bevor World of Warcraft und Konsorten den Begriff in Besitz genommen haben, war Rollenspiel das Nerd-Hobby überhaupt, bei dem ein paar (meist männliche) Jugendliche in einem dunklen Raum im Keller saßen und Hühner geopfert haben, um magische Kräfte zu erlangen. Zumindest wenn es nach einigen verunsicherten Eltern und völlig verwirrten Angehörigen der katholischen Kirche ging. Eigentlich saßen nur ein paar Nerds zusammen, die einen der ihren zum Spielleiter (oder Meister) gekürt hatten, um als Elf, Zauberer oder Zwergenkrieger ein paar Abenteuer zu erleben, die sich lediglich in ihrer Vorstellungskraft abspielten. Dazu hatten sie ein mehr oder weniger kompliziertes Regelwerk zur Hand, um zu definieren, was ihre Alter-Egos im Spiel eigentlich so drauf haben.

Heute, in Zeiten in denen Eltern mehr Angst vor Ego-Shooter haben und die Kirche viel zu sehr mit sich und seinen Skandalen beschäftigt ist, werden Pen und Paper Rollenspiele nicht mehr verteufelt und gehören immer noch zu den Lieblingsbeschäftigungen vieler Nerds. Das Hobby ist durch seine sozialen Interaktionen und der Kreativität die sich im gemeinsamen Erzählen von Geschichten entfaltet, eines der schönsten Zeitvertreibe der Nerdtums, bei dem man sowohl sein Schauspielerisches Talent trainieren kann (was uns Nerd im Umgang mit den „normalen Menschen” zu Gute kommt), wie auch die Fähigkeit seinen Charakter so zu optimieren, dass er in der Lage ist einen Drachen mit einem Kochlöffel zu töten oder im Alleingang die gesamte russische Mafia zu zerschlagen.

Die Pen-und-Paper-Nerds sind, wie viele andere Nerds auch, Sammler. Sie besitzen unzählige Regalmeter an Rollenspielbüchern zu den verschiedensten Systemen, von denen sie aber nur einen kleinen Prozentsatz auch spielen. Manche Rollenspieler kennen sich in der Welt ihres Lieblingssystems besser aus, als in ihrer realen Umwelt. Gerade beim Schwarzen Auge, dem deutschen Vorzeigerollenspiel, gibt es Fanboys, die wirklich jeden Winkel der fiktiven Welt Aventurien kennen und wissen, wo welcher Nichtspielercharakter schon mal sein Geschäft verrichtet hat.

Pen-und-Paper-Rollenspieler rotten sich regelmäßig zu Conventions zusammen, wo sie das tun, was sie auch zu Hause tun könnten, aber unter Leuten. Böse Zungen behaupten, dass die Teilnehmer solcher mehrtägiger Spielertreffen ihre Hygiene so vernachlässigen, dass die Putzkolonne nach der Veranstaltung ihr Tagewerk nur in voller ABC-Schutzmontur verrichtet.

Spezialfähigkeiten: Regelkunde. Kreativität +1.
Schwäche: Realitätsverlust.